In you I see dirty
In you I count stars
In you I feel so pretty
In you I taste god
In you I feel so hungry
In you I crash cars
We must never be apart-
(Smashing Pumpking - Ava Adore)
Es ist großartig und schauerhaft und warm. Alles leuchtet, der Regen und die Netzhaut. Ich schlafe tagsüber, wühle mich durch spinnenhafte Träume und halbseidene Gespräche mit meiner Schwester ("Danke für den Tabak"); ich fahre in Zeitlupe mit meiner Mutter zur Therapie und lasse in den Sitzungen Seifenblasen aufsteigen und bersten, nicht ohne Tränen zu vergießen und unvermittelt breit zu grinsen.
In der Uni, Gasthören in Pennys wirtschaftsgeographischer Vorlesung über Innovation und Invention, vermale ich unleserlich krakelige Buchstabenkombinationen zu Sinnzusammenhängen und genieße das Kribbeln im Gehirn - wie schön Lernen doch sein kann, wie befriedigend Studieren sein muss. Wir fahren zurück, Kaffee auf ihrem Sonnenbalkon, und assoziieren einen halben Tag lang. Ich bin sehr glücklich, sie nun in meinem Leben zu wissen, kann auf ihre klugen Beobachtungen und ihr lautes Lachen bauen, wir helfen einander. Die Angst, dass binnen eines Wimpernschlages zwischenmenschliche Kartenhäuser laut krachend in sich zusammenfallen könnten - sie ist versiegt. Menschen sind keine Karten mehr, sondern Grashalme im Wind.
Stunden später liege ich auf Lennards Schulter und fühle mich frei. Das metallene Band um meine Brust ist gelockert, der Atmen fließt wie seine Stimme in die Nacht. "Wie geht es dir jetzt?", fragt er vorsichtig. "Ich bin so erfüllt von dem Gefühl, erkannt zu werden und gleichzeitig zu begreifen, mich und dich und uns. Unendlich glücklich, das bin ich". Ich drehe mich zur Balkontür und spüre seinen Atem in meinem Nacken, seinen Körper in meinem Rücken. Erschaudern, zittriges, stolperndes Herz, fast schon zu viel der Nähe, so unerträglich klar ist der Moment. In meinem Kopf ein Wirbel von Farben und Eindrücken und die Erfahrung seiner Hände auf meiner Haut. Es kann ungemein verbindend sein, Sex mit dem Gehirn zu haben.
Die Zeit schlendert und bleibt hin und wieder stehen, so ergiebig und wohlwollend wie sie es nur in diesen magischen Nächten tut. Irgendwann ergreift der Körper das Wort und kommuniziert jene Phänomene, die mit Sprache allein nicht zu erfassen sind: Nervenenden, Elektrizität, extatische Zuckungen, das Rascheln der Laken, hedonistisches Ultimatum.
Heute morgen dann registriere ich, dass es mich trägt.
Mittwoch, 29. Mai 2013
Samstag, 25. Mai 2013
Mittwoch, 22. Mai 2013
Fluchtpunkt.
Schokolade (zwei Tafeln), Milchkaffee mit Sojamilch (2
Liter), Meeresfrüchte (aus Nougat, 1 Packung à 250g), Müsli (100g),
Pistazien (halbe Tüte), Salat mit gebratenem Tofu (lecker!), Erdbeeren
(Hand voll), Ciabatta mit Butter und Käse (zu viel), Brot (roh),
Fleischsalat (pur), eine Tüte gesalzene Mandeln. Das war noch ein "guter" Tag.
Mir fehlt es an Körperspannung, ich fühle mich wie ein schlaksiger Schrat von dreizehn Jahren mit unproportionierten Fettpölsterchen an Armen, Beinen, Hüften und Bauch. Das Gesicht nicht zu vergessen.
Ich krümme den Nacken und verschwinde in Opas grauem Pullover, quadratisch praktisch gut kompakt.
Innen hält sich die Waage: Sicherheit und Abwesenheit, totale Ambivalenz. Pläne, Konzentration und Funken - Selbsthass, Angst und Lethargie. Depression. Merke: Ausgeglichen ungleich gut, wenn man es mathematisch aufzieht.
Jeder weitere Atemzug macht die Luft schwerer. Der Puls klingelt in den Ohren. Ich öffne den Mund, um meiner Mutter zu antworten, aber da kommt nichts. Keine Stimme und keine Bewegung.
Nicht mal Lust, eine Zigarette zu rauchen, gar nichts, nothing, rien, niente.
Alles ist so flach und eben. Ich bin nicht zu erreichen, wenn ich hier bin.
Gleichzeitig sehne ich mich danach, erreicht zu werden, auch wenn ich weiß dass es unmöglich ist.
Ich bin der Punkt am Horizont. Ich bin der tote Affe im Sand. Ich bin in meinem schäbigen Gehirn gefangen.
In die Schlafstarre mit diesem grotesken Körper!
Worte heraufbeschwören und schlucken, Berührpunkte erinnern (auch wenn man nichts fühlt außer dem chaotischen Grauen eines post-katastrophalen Szenarios aus Sicht der Gegner).
Mir fehlt es an Körperspannung, ich fühle mich wie ein schlaksiger Schrat von dreizehn Jahren mit unproportionierten Fettpölsterchen an Armen, Beinen, Hüften und Bauch. Das Gesicht nicht zu vergessen.
Ich krümme den Nacken und verschwinde in Opas grauem Pullover, quadratisch praktisch gut kompakt.
Innen hält sich die Waage: Sicherheit und Abwesenheit, totale Ambivalenz. Pläne, Konzentration und Funken - Selbsthass, Angst und Lethargie. Depression. Merke: Ausgeglichen ungleich gut, wenn man es mathematisch aufzieht.
Jeder weitere Atemzug macht die Luft schwerer. Der Puls klingelt in den Ohren. Ich öffne den Mund, um meiner Mutter zu antworten, aber da kommt nichts. Keine Stimme und keine Bewegung.
Nicht mal Lust, eine Zigarette zu rauchen, gar nichts, nothing, rien, niente.
Alles ist so flach und eben. Ich bin nicht zu erreichen, wenn ich hier bin.
Gleichzeitig sehne ich mich danach, erreicht zu werden, auch wenn ich weiß dass es unmöglich ist.
Ich bin der Punkt am Horizont. Ich bin der tote Affe im Sand. Ich bin in meinem schäbigen Gehirn gefangen.
In die Schlafstarre mit diesem grotesken Körper!
Worte heraufbeschwören und schlucken, Berührpunkte erinnern (auch wenn man nichts fühlt außer dem chaotischen Grauen eines post-katastrophalen Szenarios aus Sicht der Gegner).
Samstag, 18. Mai 2013
Wenn drei Feuerzeuge neben dir liegen und keines beim letzten Versuch eine Flamme spendet, die groß genug wäre um damit Brand zu stiften. Teil II
Nach dem Telefonat mit Lennard:
Ich betrachte fasziniert meine untoten, verheulten Augen im Spiegel und atme tief aus. Dann gehe ich in die Küche, um in Zeitlupe Kaffee zu kochen. Ich klaue ein Zigarillo aus dem Pall Mall-Päckchen meines Stiefvaters und stoße die Balkontür auf. Der Kontrast zu meinem kühlen, abgedunkelten Zimmer erschlägt mich: Grün! Sonne! Ohrenbetäubendes Vogelzwitzschern! Zarter Wind um die zittrigen Beine in hässlichen Jeansshorts.
Ich stelle meinen Kaffee auf einen Blumentopf und verbrauche fünf Streichhölzer, um mir Feuer zu geben.
In der Balkontür spiegelt sich eine durchgeknallte Frau mit roter Nase und ungekämmtem Haar, ich winke ihr gedankenverloren. In ein paar Monaten werden wir darüber lachen, hat er gesagt, wir beide zusammen.
Die Zeit rinnt. Plötzlich wieder lebendig, rauche ich auf Lunge.
Die Maxime meines Lebens sollte lauten: Weiter denken als bis zur nächsten Zigarette. Damit wäre schon einiges gewonnen. Ich bin extrem talentiert darin, gute Absichten in untragbare Konsequenzen zu transformieren, das war ich schon immer. Fallbeispiel der Stunde: Spontaner Kauf eines Festivaltickets ohne vorher Rücksprache zu halten mit denen, die involviert sind: Wie hast du dir das vorgestellt? Gar nicht. Pathologischer Aktionismus. Vor den Kopf gestoßen... vor vollendete Tatsachen gestellt... wusste nicht, wie ich reagieren sollte... du wolltest mir und dir eine Freude machen, ich weiß, aber das war ein bisschen unüberlegt... Das war so nicht geplant, ehrlich gesagt war es gar nicht geplant. Ich weiß.
Zwischen meinen Schluchzern bringt er mich wieder zum Lächeln, mein Handy tropft, ich wische mit dem Bettbezug über mein fleckiges Gesicht. Ein minimaler Anklang von Zuversicht, ein nuancierter Unterton, willkommen in unserer kleinen Stadt...
Ich bin jetzt ruhiger und könnte drei Stunden schlafen.
Ich betrachte fasziniert meine untoten, verheulten Augen im Spiegel und atme tief aus. Dann gehe ich in die Küche, um in Zeitlupe Kaffee zu kochen. Ich klaue ein Zigarillo aus dem Pall Mall-Päckchen meines Stiefvaters und stoße die Balkontür auf. Der Kontrast zu meinem kühlen, abgedunkelten Zimmer erschlägt mich: Grün! Sonne! Ohrenbetäubendes Vogelzwitzschern! Zarter Wind um die zittrigen Beine in hässlichen Jeansshorts.
Ich stelle meinen Kaffee auf einen Blumentopf und verbrauche fünf Streichhölzer, um mir Feuer zu geben.
In der Balkontür spiegelt sich eine durchgeknallte Frau mit roter Nase und ungekämmtem Haar, ich winke ihr gedankenverloren. In ein paar Monaten werden wir darüber lachen, hat er gesagt, wir beide zusammen.
Die Zeit rinnt. Plötzlich wieder lebendig, rauche ich auf Lunge.
Die Maxime meines Lebens sollte lauten: Weiter denken als bis zur nächsten Zigarette. Damit wäre schon einiges gewonnen. Ich bin extrem talentiert darin, gute Absichten in untragbare Konsequenzen zu transformieren, das war ich schon immer. Fallbeispiel der Stunde: Spontaner Kauf eines Festivaltickets ohne vorher Rücksprache zu halten mit denen, die involviert sind: Wie hast du dir das vorgestellt? Gar nicht. Pathologischer Aktionismus. Vor den Kopf gestoßen... vor vollendete Tatsachen gestellt... wusste nicht, wie ich reagieren sollte... du wolltest mir und dir eine Freude machen, ich weiß, aber das war ein bisschen unüberlegt... Das war so nicht geplant, ehrlich gesagt war es gar nicht geplant. Ich weiß.
Zwischen meinen Schluchzern bringt er mich wieder zum Lächeln, mein Handy tropft, ich wische mit dem Bettbezug über mein fleckiges Gesicht. Ein minimaler Anklang von Zuversicht, ein nuancierter Unterton, willkommen in unserer kleinen Stadt...
Ich bin jetzt ruhiger und könnte drei Stunden schlafen.
Wenn drei Feuerzeuge neben dir liegen und keines beim letzten Versuch eine Flamme spendet, die groß genug wäre um damit Brand zu stiften.
Benutzte Müslischalen und Kaffeetassen, Tabakkrümel, Bücherberge und aufgeschlagene Zeitungen voller rätselhafter Codes, ein Haufen dreckiger Wäsche, Knoten in der Brust, Kontoauszüge, ein verhasstes Mobiltelefon und ich, inmitten meiner Schatten von grau zu schwarz zu unsichtbar.
Mein Chaos ist perfekt durchchoreographiert, es beginnt bei meinen klebrigen Fingern und endet zwischen Zwerchfell und geteerten Lungenflügeln in einem zitternden, gefräßigen Schlund: Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich Angst habe. Kann gar nicht so viel weinen, wie ich Schmerzen verspüre.
Ja, das ist wehleidig und ich bin es zumindest meiner Therapeutin schuldig (wenn nicht sogar meiner Mutter), strategisch vorzugehen, es ist Krieg. Aber wo anfangen?
Wenn man unendlich ist, gibt es keine körperlichen Grenzen und keine metaphysichen, der Tod lümmelt auf dem Teppich vor der Glotze und sortiert Rasierklingen, sein Blick ist weit und seine Finger aschgrau. Er nickt mir unmerklich zu - Guten Morgen, Frau R., ich wollte Ihnen nur mittteilen, dass ich bereit bin. Bereit, wenn Sie es sind, Clarice.
Wer sitzt daneben? Zwei Silhoutten meiner Selbst, eine ausgezehrte Kreatur ohne sekundäre Geschlechtsmerkmale und ein Koloss mit Schokoladenmund. Seid ihr die Optionen? Ich suche den Raum ab nach einem vernünftigen Selbstbild, vielleicht Phoebe mit Abiturzeugnis oder Phoebe in einem Auto oder Phoebe Hand in Hand mit einem Menschen, der sie glücklich macht. Das sprengt offenbar meine Phantasie, wir sind immer noch alleine, meine Monster und ich.
Der Tod bedient sich bei meinem Tabak.
Die ausgezehrte Kreatur kokst und wippt manisch mit dem Fuß.
Der Koloss schlägt rhytmisch den breiigen Schädel gegen die Dachschräge.
Gute Gastgeberin, die ich sein möchte, bleibe ich passiv und lausche.
Flugzeuge im Bauch und über meinem Fenster, jemand kehrt im Hof. Ich schwitze. Mein Gesicht ist taub und aufgedunsen, alle Türen offen rast das Herz den Gedanken nach und pumpt und pumpt.
Meine Schuldgefühle bringen mich um den Verstand: Nie wieder jemanden vor den Kopf stoßen, nie wieder jemanden fordern, nie wieder fett sein. Ich denke über Gebete nach und über Filmsequenzen (Denn sie wissen nicht, was sie tun; The Dark Knight). Alles so weit weg, mein Körper zu eng und zu groß, meine Augen zu blind, ich hasse meinen Vater und meine Schwäche mit verzweifelter Intensität.
Frau L. sagt, da ist ein Überlebenstrieb. Wo zur Hölle ist mein Geld? Wo ist meine Selbstachtung (rhetorische Frage, klar)?
J. kommt später auf einen Kaffee vorbei und ich weiß noch nicht, welche Haut ich tragen werde um ihr die Milch für den Kaffee aufzuschäumen. Die Furcht ist meine Glasglocke und mein Segelboot.
Einmal nur in einer Umarmung ankommen!
Mein Chaos ist perfekt durchchoreographiert, es beginnt bei meinen klebrigen Fingern und endet zwischen Zwerchfell und geteerten Lungenflügeln in einem zitternden, gefräßigen Schlund: Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich Angst habe. Kann gar nicht so viel weinen, wie ich Schmerzen verspüre.
Ja, das ist wehleidig und ich bin es zumindest meiner Therapeutin schuldig (wenn nicht sogar meiner Mutter), strategisch vorzugehen, es ist Krieg. Aber wo anfangen?
Wenn man unendlich ist, gibt es keine körperlichen Grenzen und keine metaphysichen, der Tod lümmelt auf dem Teppich vor der Glotze und sortiert Rasierklingen, sein Blick ist weit und seine Finger aschgrau. Er nickt mir unmerklich zu - Guten Morgen, Frau R., ich wollte Ihnen nur mittteilen, dass ich bereit bin. Bereit, wenn Sie es sind, Clarice.
Wer sitzt daneben? Zwei Silhoutten meiner Selbst, eine ausgezehrte Kreatur ohne sekundäre Geschlechtsmerkmale und ein Koloss mit Schokoladenmund. Seid ihr die Optionen? Ich suche den Raum ab nach einem vernünftigen Selbstbild, vielleicht Phoebe mit Abiturzeugnis oder Phoebe in einem Auto oder Phoebe Hand in Hand mit einem Menschen, der sie glücklich macht. Das sprengt offenbar meine Phantasie, wir sind immer noch alleine, meine Monster und ich.
Der Tod bedient sich bei meinem Tabak.
Die ausgezehrte Kreatur kokst und wippt manisch mit dem Fuß.
Der Koloss schlägt rhytmisch den breiigen Schädel gegen die Dachschräge.
Gute Gastgeberin, die ich sein möchte, bleibe ich passiv und lausche.
Flugzeuge im Bauch und über meinem Fenster, jemand kehrt im Hof. Ich schwitze. Mein Gesicht ist taub und aufgedunsen, alle Türen offen rast das Herz den Gedanken nach und pumpt und pumpt.
Meine Schuldgefühle bringen mich um den Verstand: Nie wieder jemanden vor den Kopf stoßen, nie wieder jemanden fordern, nie wieder fett sein. Ich denke über Gebete nach und über Filmsequenzen (Denn sie wissen nicht, was sie tun; The Dark Knight). Alles so weit weg, mein Körper zu eng und zu groß, meine Augen zu blind, ich hasse meinen Vater und meine Schwäche mit verzweifelter Intensität.
Frau L. sagt, da ist ein Überlebenstrieb. Wo zur Hölle ist mein Geld? Wo ist meine Selbstachtung (rhetorische Frage, klar)?
J. kommt später auf einen Kaffee vorbei und ich weiß noch nicht, welche Haut ich tragen werde um ihr die Milch für den Kaffee aufzuschäumen. Die Furcht ist meine Glasglocke und mein Segelboot.
Einmal nur in einer Umarmung ankommen!
Freitag, 17. Mai 2013
Hasenherz.
Die Hochs sind zu hoch, die Tiefs zu tief.
Wobei die Tiefs überwiegen: Kilmometer für Kilometer in Richtung Erdkern sinken und die Frage, wozu frieren, wozu Worten Atem geben, wozu?
Die Weltenschwere, nennst du das. Und sagst, dass das kleine Glück immerzu wartet.
Ich hasse mich so sehr.
Wobei die Tiefs überwiegen: Kilmometer für Kilometer in Richtung Erdkern sinken und die Frage, wozu frieren, wozu Worten Atem geben, wozu?
Die Weltenschwere, nennst du das. Und sagst, dass das kleine Glück immerzu wartet.
Ich hasse mich so sehr.
Radiohead - How To Disappear Completely
Iron and Wine - Waiting For A Superman
Tocotronic - Die Neue Seltsamkeit
Iron and Wine - Waiting For A Superman
Tocotronic - Die Neue Seltsamkeit
Dienstag, 14. Mai 2013
50 gute Gründe, sich 10.000 kcal reinzupfeifen.
1. Mir geht's zu gut.
2. Meine Mutter hat eingekauft.
3. Ich bin alleine zu Hause.
4. Mir geht's dreckig.
5. Ich bin ohnehin satt bis übersättigt.
6. Hunger.
7. Hunger (seelischer Natur).
8. Ich war nicht im Fitnessstudio.
9. Langeweile.
10. Zu viel Stress.
11. Meine Mutter hat gekocht.
12. Jemand sagt mir, ich sei "dünn".
13. Jemand sagt mir, ich sei "fett".
14. Da sind Reste im Kühlschrank.
15. Ich war im Fitnessstudio.
16. Angst.
17. Ich fühle mich unverstanden.
18. Meine Beine sehen verdammt fett aus.
19. Jemand gibt mir etwas zu Essen.
20. Ich habe Geld.
21. Mein Bauch ist schön flach / hässlich aufgebläht.
22. Es ist vier Uhr morgens.
23. Da gibt es ja einen Süßigkeitenautomaten!
24. Ich wiege mich.
25. In unserer Wohnung gibt es ja Schokolade!
26. Ich komme gerade von der Therapie.
27. Ich muss Zeit totschlagen, warte auf etwas bestimmtes.
28. Nervosität.
29. Nihilismus.
30. Ich hasse mich, yippieh yeah!
31. Lulu backt Kuchen.
32. Wenn ich tot bin, ist es auch egal wie viel in meinem Magen war, oder?
33. Ich bin pleite.
34. Verzweiflung.
35. Wenn ich eigentlich gerne schreien möchte.
36. Das Buch / der Film ist zu Ende.
37. Gefühl innerer Leere.
38. Ich habe zugenommen.
39. Jemand, den ich kenne, hat abgenommen.
40. Alle glotzen mich an.
41. Herzschmerz.
42. Habe keine Drogen zur Hand.
43. Alles ist perfekt.
44. Ich fühle mich ungeliebt.
45. Autosuggestion: Ich werde schon aufhören können (denkste!).
46. Mir ist eh alles scheißegal.
47. Irgendwer sagt, ich solle mehr essen.
48. Flashbacks.
49. Ich sehe in den Spiegel.
50. Blutzuckerabfall.
Mag noch jemand etwas hinzufügen?
Montag, 13. Mai 2013
"Und sind wir umstellt von unserem Scheitern, dann bauen wir auf Räuberleitern."
Der Druck fällt, Brust schwingt wieder federleicht,
kein Monster mehr, das aus dem Nebel steigt,
mehr Monster werden kommen, doch sie kommen
erst mit dem Dunst raus am Abend.
- Und sollen sie doch kommen, denn wenn sie komm’,
werd’ ich alle erschlagen.
(Prinz Pi - Unser Platz)
Abgesehen von den obligatorischen Geldsorgen geht es mir wirklich gut. Amen.
Zusammenfassung der letzten fünf Tage in Stichworten: Aufbäumen der anorektischen Gedanken in der Therapie - Fressgelage extrem - Sehnsucht - spontaner Nachmittag mit Penny auf ihrem Balkon - interpersonelle Konflikte dekonstruieren - Bowling mit den Leuten ihres Freundes - Vorstellungsgespräch am Samstagvormittag bei einer Nachhilfeschule um die Ecke - wunderschön entspannter Nachmittag mit Lennard inklusive ernstem und aufrichtigem "Beziehungsgespräch" - Spieleabend zu viert ("Das Spiel dauert neunzig Minuten und am Ende gewinnt immer Penny") - zwei professionell gebaute Joints um halb zwei Uhr morgens - die Musik unserer Eltern und endlose Lachflashs - der beste Sex meines bisherigen Lebens - unterbrochen von einem plötzlichen Übelkeitsanfall seinerseits (ich dachte, so etwas passiert nur in Filmen) - Zigarette nackt auf dem Balkon - Sorge - Besserung - gemeinsames, zugedröhntes Einschlafen - gemeinsames, zugedröhnt-verkatertes Aufstehen um halb neun morgens - Knack-und-Back-Brötchen mit Erdnussbutter und Marmelade - Sims-City-Let's-Play schauen und im gleichen Rhytmus atmen - übereinander herfallen - vollends erfüllt und high ins Auto meiner Mutter springen und zu meinem Opa fahren - unterwegs mit Lulu deutschen Hip-Hop hören (Käptn Peng, Prinz Pi, Casper) - Opa aufpicken und zusammen essen gehen - in einer wunderschönen Altstadt im Odenwald das einzige und ekelhafte vegetarische Gericht bestellen (zerkochtes, ungesalzenes Gemüse mit Sauce Hollandaise) - das "Grab" meiner Oma besuchen, welches eigentlich ein Baum ist, vor dem ihre Urne vergraben wurde - Kakao trinken und durch den Wald tanzen - eine Kinderschaukel, losgelöstes Lachen, Erinnerungen leben, Glück - auf der Rückfahrt im Auto Radiohead hören und einschlafen - zu Hause weiterpennen - die Nacht mit klugen Texten, wilden Theorien und Pornos verbringen - Montagfrüh mit Lulu Kaffee trinken - Fitnesstudio: 1000 kcal verbrennen - philosophische Texte im Bus lesen - zärtliche SMS mit Lennard austauschen - die Sparkasse hassen, welche mein Geld zurückhält - von Mama Strumpfhosen gekauft bekommen - für Lulu vegane Zucchini-Spaghettie-Carbonara kochen - mit ihm am Telefon Alltagsgeschichten austauschen und verliebt sein in eine dunkle Stimme Ohr Herz und Kopf - die Glotze anmachen und den Tag mit kritischen Dokus und Frank Plasberg ausklingen lassen
Ich sitze hier seit einer Stunde in Lulus tollsten Mantel gehüllt (Raucherzimmer wollen gut gelüftet sein) und pulsiere vor Lebenswut. Im positivsten Sinne. Lernen, Abnehmen, Arbeiten, unter Menschen sein statt unter Geistern.
Donnerstag, 9. Mai 2013
Die Zigarette danach.
Wohliges Beben im Körper, von den Zehen bis in die Haarspitzen. Ich trage sein Superman-Shirt, er graue Pantys.
"Hach..."
"Ja."
Pause.
Debiles Grinsen.
"Du bist... so schön, Lennard."
"Du bist wunderschön. So wie du bist, jetzt in diesem Moment und davor und danach."
"Ich weine gleich, im Ernst."
"Hey. Es ist alles gut."
"Ja. Ja, das ist es."
"Schöner Geburtstag... wirklich."
"Alter Mann!"
Kleine Küsse, Asche fällt auf den Parkettboden.
Ich denke weiter.
Er beißt zärtlich in meine Nase, Lippen flattern gegen Lider, wir treffen uns an der Stirn, Zyklopenstyle.
Ich denke, dass ich zu fett bin und hässlich und ein widerwärtiger Mensch, nur nicht in diesem Moment.
Sendepause. Es ist alles richtig. Meine destruktive Stimme liegt geknebelt und gefesselt im Kofferraum seines silbernen Benz.
Wir halten uns minutenlang im Arm und lauschen dem Glück.
"Hach..."
"Ja."
Pause.
Debiles Grinsen.
"Du bist... so schön, Lennard."
"Du bist wunderschön. So wie du bist, jetzt in diesem Moment und davor und danach."
"Ich weine gleich, im Ernst."
"Hey. Es ist alles gut."
"Ja. Ja, das ist es."
"Schöner Geburtstag... wirklich."
"Alter Mann!"
Kleine Küsse, Asche fällt auf den Parkettboden.
Ich denke weiter.
Er beißt zärtlich in meine Nase, Lippen flattern gegen Lider, wir treffen uns an der Stirn, Zyklopenstyle.
Ich denke, dass ich zu fett bin und hässlich und ein widerwärtiger Mensch, nur nicht in diesem Moment.
Sendepause. Es ist alles richtig. Meine destruktive Stimme liegt geknebelt und gefesselt im Kofferraum seines silbernen Benz.
Wir halten uns minutenlang im Arm und lauschen dem Glück.
Dienstag, 7. Mai 2013
But that's what happens when it's you who's standing in the path of a ligthning bolt.
Ich bin so unendlich.
Der Tag ist grau, die Luft frisch gewaschen und die Zukunft verheißungsvoll. Lass es einfach so weitergehen, so wie heute, gestern und die Tage davor, immer weiter.
Morning, it's another pure grey morning
Don't know what the day is holding
When I get uptight
And I walk right into the path of a lightning bolt...
Don't know what the day is holding
When I get uptight
And I walk right into the path of a lightning bolt...
Chances, people tell you not to take chances
When they tell you there aren't any answers
And I was starting to agree
But I awoke suddenly in the path of a lightning bolt
Fortune, people talking all about fortune
Do you make it or does it just call you.
In the blinking of an eye
Just another passerby in the path of a lightning bolt
Everyone I see just wants to walk with gritted teeth
But I just stand by and I wait my time
They say you gotta tow the line they want the water not the wine
But when I see the signs I jump on that lightning bolt
When they tell you there aren't any answers
And I was starting to agree
But I awoke suddenly in the path of a lightning bolt
Fortune, people talking all about fortune
Do you make it or does it just call you.
In the blinking of an eye
Just another passerby in the path of a lightning bolt
Everyone I see just wants to walk with gritted teeth
But I just stand by and I wait my time
They say you gotta tow the line they want the water not the wine
But when I see the signs I jump on that lightning bolt
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